Aktiensparplan: So sparen Sie mit Aktien und bauen langfristig Vermögen auf

Kurz und kompakt

  • Ein Aktiensparplan ermöglicht regelmäßige Investitionen in Aktien mit dem Ziel, langfristig Vermögen aufzubauen.

  • Vorteile sind unter anderem der Cost-Average-Effekt, geringe Einstiegshürden und die Möglichkeit zur flexiblen Anpassung des Plans.

  • Sparpläne eignen sich für langfristige Ziele. Diversifikation, Risikomanagement und niedrige Gebühren sichern den Anlageerfolg.

Regelmäßig investieren und langfristig Vermögen aufbauen

Ein Aktiensparplan ist eine Anlageform, bei der Sie regelmäßig einen festen Betrag in bestimmte Aktien oder Wertpapiere investieren. Ziel ist es, mit kleineren Teilinvestitionen eine gebühreneffiziente Aktienposition aufzubauen. Damit ist ein Aktiensparplan ein hervorragender Weg, um mit regelmäßigen Investitionen für langfristige Ziele, beispielsweise den Ruhestand, vorzusorgen.

Im Rahmen des Sparplans wird nach einem festgelegten Intervall ein Betrag automatisch in die ausgewählten Aktien investiert, unabhängig vom aktuellen Kurs. So erwerben Sie monatlich, vierteljährlich oder auch halbjährlich ganze Aktien oder Bruchteile von Aktien, falls der Betrag für eine ganze Aktie nicht ausreicht. Viele Broker – Händler, die den Zugang zu Börsen und Wertpapiere ermöglichen – bieten Aktiensparpläne ab einer Mindestsparrate von 50 Euro, teilweise sogar bereits ab 25 oder in seltenen Fällen auch ab 10 Euro an.

Ihr persönlicher Aktiensparplan: Das müssen Sie tun – das erledigt ein Broker für Sie

Um ihren Aktiensparplan zu starten, benötigen sie ein Wertpapierdepot bei einem Broker. Dieser Broker ist Ihr Zugang zum Aktienmarkt und Ihre Aufbewahrungsstelle für die eigenen Aktien. In Ihrem Wertpapierdepot finden Sie in der Regel einen eigenen Reiter zum Aktiensparplan, in den Sie Ihre Konditionen und Rahmenbedingungen einpflegen können. Einmal angelegt, finden die weiteren Sparplanausführungen dann wiederum automatisiert statt. Sie benötigen dafür die folgenden Eingaben:

  • Höhe des Sparbetrags: Die Anlegenden legen fest, wie viel Geld pro Ausführungsintervall vom Verrechnungskonto aus investiert wird. Viele Broker haben eine Mindestsparrate von beispielsweise 25 oder 50 Euro.
  • Ausführungsfrequenz oder Ausführungsintervall: Sie entscheiden, wie oft der Sparplan ausgeführt werden soll. In der Regel sollten die Auswahlmöglichkeiten mindestens die Optionen monatlich, vierteljährlich, halbjährlich und jährlich umfassen.
  • Auswahl der Aktien: Zudem muss eine konkrete Aktie oder ein Wertpapier ausgewählt werden. Zur genauen Bezeichnung nutzen Broker in der Regel Nummernfolgen wie die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die International Security Identification Number (Internationale Wertpapierkennnummer, ISIN). Über die WKN oder ISIN können Anlegende auch Fonds und ETFs identifizieren. Eine Suche über den Namen ist ebenfalls möglich. Empfehlenswert ist jedoch die eindeutige Identifikation über ISIN oder WKN.
  • Ausführungstag: Zu guter Letzt müssen Sie den Tag der Sparplanausführung definieren. Viele Broker geben eine fixe Anzahl möglicher Ausführungstage vor. Diese Bündelung der Sparplanausführungen macht es leichter, effizient ein gewisses Volumen zu erwerben und auch Bruchstücke von Aktien unter mehreren Anlegenden zu verteilen.

Der Broker übernimmt die Ausführung

Der Broker übernimmt – automatisiert – die technische Umsetzung des Kaufs der jeweiligen Wertpapiere. Das umfasst:

  • Automatische Abbuchung: Der Broker zieht den festgelegten Betrag zum vereinbarten Zeitpunkt vom Konto der Anlegenden ein. Einige Broker bieten zudem an, das eigene Girokonto direkt als Verrechnungskonto zu verwenden.
  • Kauf der Aktien: Der Broker kauft die ausgewählten Aktien basierend auf dem aktuellen Marktpreis. Wenn der Betrag nicht für eine ganze Aktie ausreicht, werden in der Regel Bruchstücke (Aktienteile) erworben und in Ihrem Depot ausgewiesen.
  • Depotverbuchung: Die gekauften Aktien oder Bruchstücke werden dem Depot der Anlegenden gutgeschrieben. Sie finden sie nach dem Kauf in Ihrem Depot und erhalten eine Abrechnung über Ihre Transaktion.

Ein Aktiensparplan läuft in der Regel nicht automatisch aus – es sei denn, es wird ein Datum für die letzte Ausführung definiert. Der Sparplan muss also bewusst gelöscht werden. Jede Veränderung des Sparplans sollte zwei bis drei Tage vor der nächsten Ausführung eingepflegt werden, damit Ihr Broker die Veränderung technisch umsetzen kann.

Wichtiges Sparplan-Wissen

Die Eingaben für Ihren Sparplan sind nicht in Stein gemeißelt. Sollte sich Ihre persönliche oder finanzielle Situation verändern, können Sie alle Eingaben überarbeiten oder löschen. 

Unser Sparplanrechner

Nutzen Sie unseren Sparplanrechner und definieren Sie noch heute Ihre finanziellen Ziele.

Wann Sie einen Aktiensparplan nutzen sollten, um am Aktienmarkt zu investieren

Ein Aktiensparplan passt grundsätzlich zu jeder Altersgruppe und zu den meisten Vermögenssituationen. Besonders vorteilhaft ist er bei den folgenden Merkmalen: 

  • Aktiensparpläne bei geringem Volumen: Aktiensparpläne eignen sich, wenn Sie häufiger und regelmäßig kleinere Beträge investieren möchten. Bei Sparplänen fallen die Gebühren in der Regel geringer aus als beim direkten Kauf der entsprechenden Aktie mit kleineren Geldbeträgen. 
  • Wenig Zeit für aktiven Portfolioaufbau: Mit einem Aktiensparplan sparen Sie Zeit. Die jeweiligen Ausführungen sind automatisiert und Sie müssen nicht aktiv den Markt und die Aktienkurse verfolgen. Geldanlegende bauen ihr Portfolie schrittweise zu unterschiedlichen Kursen und zu einem durchschnittlichen Preis auf (Cost-Average-Effekt).
  • Für langfristige Ziele: Aktien eignen sich insbesondere für langfristige Ziele.  Anlegende sollten einen Zeithorizont von mindestens drei bis fünf Jahren verfolgen, damit Aktien eine gute Chance auf eine Wertsteigerung haben. Gute Aktien und ETFs können über Jahre oder Jahrzehnte gehalten werden, um noch stärker vom Zinseszinseffekt zu profitieren.

Wussten Sie schon?

Sparpläne gibt es auch bei Fonds, kostengünstigen ETFs und Indexfonds. Sie werden dann jedoch als ETF-Sparplan oder Fondssparplan bezeichnet.

Vor- und Nachteile von Aktiensparplänen

Vorteile von einem Aktiensparplan

Nachteile von Aktiensparplänen
Möglichkeit zum Erwerb von Aktien mit geringem InvestitionsvolumenHöhere Gebühren bei größeren Positionen: Beim Aufbau größerer Positionen fallen im Vergleich zum Direktkauf prozentual mehr Gebühren an.
Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten-Effekt): Timing spielt eine untergeordnete Rolle.Starre Ausführungen: Markt-Timing ist beim Kauf über Sparplan nicht möglich. Das umfasst insbesondere das gezielte Nachkaufen bei günstigeren Aktienkursen.
Automatische Anlageform: Weniger Zeitaufwand durch AutomatisierungGeringerer Lerneffekt: Automatisierung führt zu einer weniger intensiven Erfahrung und zu weniger Börsenerfahrung.
Geringe Gebühren bei kleineren Investitionssummen: Gerade bei niedrigen Sparraten ist das Verhältnis von Gebühren zu Investitionsvolumen sehr vorteilhaft. 
Flexible Handhabung des Sparplans 
Teilkäufe bei Aktien mit teuren Kursen 
Breite Auswahl: Viele Aktien sind mittlerweile bei vielen Brokern sparplanfähig. 

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Gebühren beim Aktiensparplan

Beim Aktiensparplan werden die Gebühren für den Erwerb einer Aktie oder der jeweiligen Sparplanausführung von allgemeinen Depotgebühren unterschieden.

Gebühren bei der Transaktion

Relative Gebühren abhängig vom Transaktionsvolumen: Viele Broker verlangen von ihren Kundinnen und Kunden eine Gebühr in Relation zum Investitionsvolumen. Gängige Gebühren liegen zwischen 1 und 2 Prozent. Teurere Konditionen sollten Sie meiden, da sie zu stark die eigene Rendite mindern.

Absolute Gebühren – ein fixer Betrag je Transaktion: Einige Broker gehen dazu über, eine fixe Gebühr von beispielsweise 1 Euro je Sparplanausführung zu verlangen. Ein solches Gebührenmodell lohnt sich, wenn Sie größere Intervalle bei einem höheren Kapitaleinsatz verfolgen.

Beispiel: Bei einer Sparplanausführung von 150 Euro und einer fixen Gebühr von 1 Euro zahlen Anlegende rund 0,67 Prozent des Investitionsvolumen als Transaktionsgebühr. Das ist günstiger, als feste 1 Prozent des Kaufvolumens an Ihren Broker zu bezahlen. Hier lohnt sich ein Vergleich der Konditionen.

Auch für die Depotführung ist eine Gebühr möglich. Sie sollten daher vor dem Anlegen eines Sparplans die genauen Gebühren Ihres Brokers verstehen, um renditemindernde Überraschungen zu vermeiden.

Sparplan-Trick: Vergleichen Sie die Konditionen. Achten Sie darauf, dass sich der Gebührenrahmen Ihrer Sparplanausführungen maximal in einem Bereich von 1 bis 2 Prozent pro Jahr bewegt. Viele Broker bieten mittlerweile vergünstigte oder sogar kostenlose Ausführungen bei ausgewählten Wertpapieren wie Aktien oder ETFs von Partnerunternehmen an. Bei einigen Brokern entfällt außerdem bei einer einzelnen Transaktion oder Sparplanausführung pro Vierteljahr die Depotführungsgebühr. 

Wichtige Begriffe, die Sie zum Aktiensparplan kennen müssen

Anlegende sollten einen Aktiensparplan nicht als isolierte und konsequent vollautomatisierte Investition betrachten. Vielmehr sollte er Teil einer ausgewogenen Vermögensstruktur sein. Wir haben für Sie einige wichtige Aspekte der Vermögens- und Depot-Gestaltung zusammengetragen.

Diversifikation: Diversifikation bezeichnet die Streuung der eigenen Investitionen. Ihr Ziel ist es, das Risiko für das eigene Vermögen und das eigene Depot zu reduzieren. Dies umfasst einerseits die Streuung der Investitionen über einzelne Anlageklassen. Neben Aktien bieten Anleihen, Fonds, Edelmetalle und kurzfristige Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld unterschiedliche Chancen und Risiken. 

Risikomanagement: Das Risikomanagement beinhaltet verschiedene Maßnahmen, um Verluste zu begrenzen und Gewinne zu maximieren. Sie können für sich definieren, welchen Verlust Sie bei einer Position maximal einfahren möchten oder wann Sie Ihre Gewinne durch einen Verkauf sichern.

Ein langfristiger Anlagehorizont: Beim Aktiensparplan und generell bei Ihrem Aktienportfolio steht der langfristige Vermögensaufbau über mehrere Jahre im Vordergrund. Über Gewinne und Dividenden erhalten Anlegende die Möglichkeit, von einem Unternehmen und dessen Gewinne über Jahre zu profitieren und kurzfristige Wertschwankungen zu glätten.

So finden Sie Ihren idealen Aktiensparplan

Da das eigene finanzielle Ziel stets im Vordergrund eines jeden Aktiensparplans steht, muss jeder Sparplan individuell gestaltet werden. Für Sie besteht daher eine elementare Aufgabe darin, Ihre Ziele zu definieren und sich einen finanziellen Weg zu überlegen, um diese Ziele zu erreichen. Ein Sparplanrechner kann die entsprechenden Wege aufzeichnen und ein gutes Gespür für den Zinseszinseffekt vermitteln. Aus einer beispielhaften monatlichen Sparplanrate von 100 Euro wird bei einer durchschnittlichen und marktüblichen Rendite von 8 Prozent pro Jahr über einen Zeitraum von 25 Jahren ein Vermögen von 91.000 Euro. Längere Zeiträume oder ein höherer Einsatz können Ihnen zu einem noch höheren Vermögen verhelfen.

FAQs zum Aktiensparplan

Ein Aktiensparplan ist eine automatisierte Anlageform, bei der Anlegende regelmäßig einen festen Betrag in ausgewählte Aktien oder ETFs investieren. Dabei können auch Bruchstücke von Wertpapieren erworben werden, sodass bereits mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufgebaut werden kann. Der Sparplan ermöglicht einen disziplinierten und kontinuierlichen Investitionsansatz, unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.

Beim Anlegen eines Aktiensparplans werden die Höhe des Sparbetrags, eine Aktie oder ein ETF als Investitionsobjekt, die Frequenz der Investitionen und der Ausführungstag definiert. Dazu benötigen Anlegende einen Broker, der wiederum die technische Umsetzung und Depotführung übernimmt.

Grundsätzlich eignet sich jede Aktie für einen Aktiensparplan. Wichtig ist jedoch, dass das gewünschte Wertpapier beim Broker der eigenen Wahl auch sparplanfähig ist. Broker listen in der Regel eine Übersichtsliste über sparplanfähige Aktien und ETFs auf. Aufgrund der Beliebtheit dieses Produkt wird das Angebot vieler Broker konsequent erweitert.

 

Die Höhe der jeweiligen Sparplanrate ist eine individuelle Entscheidung. Viele Broker verlangen eine Mindestsparrate und haben ein Oberlimit für kostengünstige oder kostenlose Sparplanausführungen.

Der Gebührenrahmen eines Aktiensparplans ist bei jeder örtlichen Volksbank Raiffeisenbank unterschiedlich. Lassen Sie sich am besten direkt vor Ort beraten, um über Konditionen, Möglichkeiten und finanzielle Ziele zu sprechen.

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) beschreibt den Vorteil, der durch regelmäßige Investitionen eines festen Betrags in Wertpapiere wie bei einem Aktiensparplan entsteht. Er ermöglicht den Aufbau einer Aktienposition mit einer größeren Unabhängigkeit zum aktuellen Kursniveau. Bei niedrigen Kursen werden automatisch mehr Anteile gekauft, bei hohen Kursen weniger. Das führt langfristig zu einem durchschnittlich günstigen Kaufpreis.

Marktrisiko: Aktienkurse können stark schwanken, was zu Verlusten führen kann.

Gebührenrisiko: Hohe Transaktionskosten pro Sparplanausführung können die Rendite erheblich schmälern.

Konzentrationsrisiko: Bei unzureichender Diversifikation steigt das Risiko, durch den Fokus auf wenige Aktien stärker von deren negativer Entwicklung betroffen zu sein. Gerade einzelne Aktiensparpläne auf vereinzelte Wertpapiere können zu einem Klumpenrisiko im Depot führen.

Währungsrisiko: Investitionen in ausländische Aktien können durch Wechselkursveränderungen einen Wertverlust erzielen.

Zinsrisiko: Steigende Zinsen können die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen mindern und zu Kursverlusten führen.

Anlegende können einen Sparplan über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte laufen lassen. Entscheidend ist, dass ein diversifiziertes Depot angestrebt wird und Einzelrisiken minimiert werden. Grundsätzlich sollten Aktien mindestens drei bis fünf Jahre gehalten werden, um Verlustrisiken zu minimieren. Je länger die Investition läuft, desto niedriger wird statistisch gesehen das Verlustrisiko.

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