So planen Sie die Finanzierung von Haus oder Wohnung

Kurz und kompakt

  • Wenn Sie Ihre Immobilienfinanzierung planen, sollten Sie zuerst Ihre Einnahmen und Ausgaben realistisch gegenüberstellen und einen finanziellen Spielraum festlegen.

  • Kombinieren Sie Eigenkapital, Darlehen und mögliche Fördermittel so, dass Ihre monatliche Rate langfristig für Sie tragbar bleibt.

  • Achten Sie auf eine passende Zinsbindung und einen ausreichenden Puffer. Planen Sie außerdem die Anschlussfinanzierung frühzeitig.

So planen Sie Ihre Immobilienfinanzierung

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, treffen Sie eine der größten finanziellen Entscheidungen Ihres Lebens, die Sie über Jahrzehnte bindet. Entsprechend wichtig ist es, realistisch zu planen, wie viel Immobilie Sie sich leisten können. In der Finanzierung legen Sie fest, wie hoch Ihre monatliche Belastung sein darf und wie flexibel Sie langfristig bleiben möchten. Wenn Sie sich gut vorbereiten, minimieren Sie Risiken und stellen Ihr Wohnglück auf ein stabiles Fundament.

1. Finanzielle Ausgangslage realistisch einschätzen

Bevor Sie mit der eigentlichen Immobilienfinanzierung beginnen, verschaffen Sie sich zunächst einen guten Überblick über Ihre Finanzen. Indem Sie Ihr Einkommen, die Differenz zwischen Ihren Einnahmen und Ausgaben sowie Ihr Vermögen ermitteln, definieren Sie Ihren finanziellen Spielraum.

Haushaltsrechnung aufstellen

Zunächst sollten Sie eine sogenannte Haushaltsrechnung anfertigen. In dieser stellen Sie gegenüber, wie viel Geld Sie pro Monat verdienen und wie viel Sie ausgeben. Daraus ergibt sich, welchen Betrag Sie dauerhaft für die Finanzierung aufbringen können. Planen Sie konservativ und berücksichtigen Sie auch unregelmäßige oder seltener anfallende Kosten, zum Beispiel jährliche Versicherungsbeiträge. Nur so erhalten Sie ein vollständiges Bild.

Eigenkapital ermitteln

Das Eigenkapital bildet das Vermögen, das Sie selbst in die Finanzierung Ihrer Immobilie einbringen. Dazu zählen Sparguthaben, Wertpapiere oder bereits vorhandenes Vermögen. Auch Eigenleistungen, etwa handwerkliche Arbeiten, können Sie teilweise anrechnen. Je höher Ihr Eigenkapital ausfällt, desto bessere Konditionen erhalten Sie in der Regel für den Kredit.

Kaufnebenkosten berücksichtigen

Neben dem Kaufpreis fallen weitere Kosten an, die Sie im Idealfall aus eigenen Mitteln finanzieren sollten. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision. Insgesamt sollten Sie hierfür etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises einplanen. Berücksichtigen Sie diese Kosten nicht, erhöht sich Ihr Finanzierungsbedarf deutlich.

2. Finanzierungsstruktur verstehen und festlegen

Wenn Sie einen guten Überblick über Ihre Finanzen haben, legen Sie die Rahmenkonditionen für Ihre Finanzierung fest. Neben der Höhe des Zinssatzes spielen auch andere Kriterien eine wichtige Rolle.

Annuitätendarlehen

Ein gängiger Kredit für die Immobilienfinanzierung: Sie zahlen eine gleichbleibende monatliche Rate, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. 

Zinsbindung

Sie sichern sich einen festen Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum. Wenn Sie mit einer langen Zinsbindung planen, erhalten Sie mehr Sicherheit. Kürzere Laufzeiten bieten mehr Flexibilität, bedeuten aber auch ein größeres Risiko, wenn die Zinsen steigen.

Tilgungssatz

Sie bestimmen, wie schnell Sie Ihr Darlehen zurückzahlen. Eine höhere Tilgung reduziert Ihre Restschuld schneller, erhöht aber Ihre monatliche Belastung.

Sondertilgungen

Wenn Sie eine Sondertilgung vereinbaren, haben Sie die Möglichkeit, zusätzlich Geld in die Rückzahlung zu stecken. So können Sie Ihre Laufzeit verkürzen und Zinskosten sparen, wenn Sie über den finanziellen Spielraum verfügen.

3. Monatliche Belastung richtig planen

Noch bevor Sie eine Finanzierung aufnehmen, sollten Sie genau kalkulieren, welche monatliche Rate Sie langfristig tragen können. Diese setzt sich immer aus zwei Bestandteilen zusammen: Zinsen und Tilgung. Mit den Zinsen bezahlen Sie die Nutzung des geliehenen Geldes, mit der Tilgung zahlen Sie den Kredit Schritt für Schritt zurück. Zu Beginn ist der Zinsanteil höher. Je mehr Sie getilgt haben, desto geringer fallen die Zinsen auf den noch ausstehenden Kreditbetrag aus. Da Ihre monatliche Rate immer konstant bleibt, steigt der Tilgungsanteil.

4. Laufzeit und Zinsbindung sinnvoll wählen

Wenn Sie ein Darlehen aufnehmen, entscheiden Sie gleichzeitig, wie lange Sie sich den aktuellen Zinssatz sichern. Welche Zinsbindung Sie für Ihr Vorhaben wählen sollten, hängt von Ihrer persönlichen Risikoneigung ab. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger ist in der Regel der Zinssatz. Dafür steigt das Risiko, dass Sie Ihre Immobilie nach Ablauf der Zinsbindung teurer refinanzieren müssen.

ZinsbindungVorteileNachteileWann sinnvoll
Kurz (5–10 Jahre)Sie sichern sich meist niedrigere Zinsen.Sie tragen ein höheres Risiko steigender Zinsen.Wenn Sie sinkende oder stabile Zinsen erwarten und sich bei steigenden Kosten auch das Zinsrisiko leisten können.
Mittel (10–15 Jahre)Sie erreichen eine gute Balance aus Sicherheit und Flexibilität.

Sie bleiben weniger flexibel als bei kurzer Bindung.

Gilt mittlerweile als die Standardlösung, wenn es um die Finanzierung einer Immobilie geht.

Lang (15–30 Jahre)Sie sichern sich langfristig stabile Konditionen.

Sie zahlen meist höhere Zinsen.

Eine lange Zinsbindung ist besonders sinnvoll, wenn Sie kein Risiko eingehen möchten.

So berechnen Sie Ihre Belastung

Darlehen: 300.000 Euro
Zinssatz: 3,5 Prozent
Tilgung: 2,0 Prozent
Monatsrate: ca. 1.375 Euro

Bei diesem Beispiel zahlen Sie jährlich insgesamt 5,5 Prozent des Darlehens zurück – bestehend aus 3,5 Prozent Zinsen und 2,0 Prozent Tilgung des Gesamtbetrags von 300.000 Euro. Das entspricht rund 16.500 Euro pro Jahr oder etwa 1.375 Euro pro Monat.

5. Fördermöglichkeiten nutzen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über mögliche Fördermittel. Es gibt bundes- und landesweite Förderprogramme. Und auch Kommunen bezuschussen teilweise einzelne Maßnahmen wie energetische Sanierungen. Zu den Förderungen zählen besonders:

Förderkredite (z. B. KfW)

Sie profitieren von zinsgünstigen Darlehen für den Kauf, den Neubau oder die energetische Sanierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Programme kombinieren oft günstige Zinsen mit langen Laufzeiten. Wichtig ist, dass Sie den Antrag stellen, bevor Sie mit Ihrem Vorhaben beginnen.

Familienförderung

Wenn Sie mit Kindern eine Immobilie kaufen oder bauen, profitieren Sie teilweise von speziellen Förderprogrammen. Diese unterstützen Sie mit Zuschüssen oder besonders günstigen Krediten. Die Voraussetzungen hängen von Ihrem Einkommen und der Größe Ihres Haushalts ab.

Energetische Sanierung

Wenn Sie energieeffizient bauen oder sanieren, erhalten Sie zusätzliche Unterstützung. Förderprogramme belohnen nachhaltige Bauweisen sowie Maßnahmen zur Dämmung und neue Heizsysteme. Dadurch senken Sie nicht nur Ihre Finanzierungskosten, sondern auch Ihre laufenden Energiekosten.

6. Risiken absichern und langfristig planen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über mögliche Risiken, wenn Sie Ihre Finanzierung planen. Neben einem Zinsrisiko gehören auch persönliche Risiken dazu, die Sie absichern sollten.

Zinsänderungsrisiko

Wenn Ihre Zinsbindung ausläuft, kann sich der Zinssatz deutlich verändern. Steigen die Zinsen, erhöht sich Ihre zukünftige monatliche Rate. Es lohnt sich deshalb, die Laufzeit bewusst zu wählen und frühzeitig über die Anschlussfinanzierung nachzudenken.

Einkommensausfall

Wenn Ihr Einkommen zeitweise sinkt – beispielsweise, wenn Sie Ihren Job wechseln, krank werden oder in Elternzeit gehen – geraten Sie womöglich unter finanziellen Druck. Planen Sie Ihre Rate deshalb so, dass Sie auch in solchen Phasen handlungsfähig bleiben und in den meisten Monaten einen Puffer aufbauen.

Absicherungen (z. B. Versicherungen)

Mit den passenden Versicherungen können Sie sich gegen größere Risiken absichern. Eine Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung etwa stellt sicher, dass Ihre Finanzierung auch in schwierigen Situationen stabil bleibt.

7. Anschlussfinanzierung frühzeitig einplanen

Wenn die Zinsbindung Ihrer Immobilienfinanzierung endet, bleibt in der Regel eine Restschuld bestehen, die Sie weiter finanzieren müssen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt schließen die meisten eine Anschlussfinanzierung ab. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie verlängern bei Ihrer bisherigen Bank (Prolongation) oder Sie wechseln zu einem anderen Anbieter (Umschuldung). Alternativ sichern Sie sich mit einem Forward-Darlehen schon Jahre im Voraus einen Zinssatz für die Zukunft. Wenn Sie sich frühzeitig mit diesen Optionen beschäftigen, bleiben Sie flexibel und weitgehend unabhängig von nachteiligen Zinsentwicklungen.

8. Nachhaltig finanzieren: Puffer einplanen

Wenn Sie langfristig sicher finanzieren möchten, sollten Sie nicht jede finanzielle Reserve in die Immobilie stecken. Planen Sie bewusst einen Puffer ein, um unerwartete Ausgaben abzufangen. Dazu zählen zum Beispiel Reparaturen, Instandhaltungen oder spätere Modernisierungen. Auch kleinere, regelmäßig anfallende Kosten summieren sich über die Jahre.

FAQs zum Thema Immobilienfinanzierung planen

Wenn Sie Ihre Baufinanzierung planen, sollten Sie zuerst Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und einen realistischen finanziellen Spielraum ermitteln. Anschließend legen Sie fest, wie viel Eigenkapital Sie einbringen können und welche Kaufnebenkosten anfallen. Auf dieser Grundlage wählen Sie eine passende Finanzierungsstruktur mit sinnvoller Zinsbindung und Tilgung. Wichtig ist, dass Sie Ihre monatliche Rate langfristig tragen können und ausreichend Puffer einplanen. So vermeiden Sie finanzielle Engpässe und schaffen eine stabile Grundlage.

In der Praxis empfiehlt es sich, dass Sie zwischen 20 und 30 Prozent des Kaufpreises aus eigenen Mitteln aufbringen. Mindestens sollten Sie die Kaufnebenkosten aus Ihrem Eigenkapital bezahlen. Das entspricht in der Regel etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Wenn Sie zusätzliches Eigenkapital einbringen, verbessern Sie Ihre Kreditkonditionen und senken Ihre monatliche Belastung. Auch Eigenleistungen können Sie teilweise als Eigenkapital anrechnen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre finanzielle Reserve nicht vollständig aufbrauchen.

Ihre monatliche Rate setzt sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Der Zinssatz bestimmt, wie viel Sie für das geliehene Geld zahlen, während die Tilgung Ihre Restschuld reduziert. Beide Werte legen Sie zu Beginn der Finanzierung fest, sodass sich daraus eine konstante Monatsrate ergibt. Wenn Sie Zins und Tilgung addieren, erhalten Sie den jährlichen Gesamtprozentsatz Ihres Darlehens. Daraus lässt sich die monatliche Belastung direkt ableiten.

Beim Immobilienkauf fallen neben dem Kaufpreis zusätzliche Kosten an, die Sie einplanen müssen. Dazu zählen die Grunderwerbsteuer, die Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision. Insgesamt liegen diese Kosten meist zwischen 10 und 15 Prozent des Kaufpreises. Da Banken diese Ausgaben oft nicht vollständig finanzieren, sollten Sie sie aus Eigenkapital decken. Wenn Sie diese Kosten unterschätzen, erhöht sich Ihr Finanzierungsbedarf deutlich.

Die Zinsbindung beschreibt den Zeitraum, in dem Ihr Zinssatz fest vereinbart ist. Während dieser Zeit bleibt Ihre monatliche Rate konstant, was Ihnen Planungssicherheit gibt. Nach Ablauf der Zinsbindung müssen Sie die verbleibende Restschuld neu finanzieren. Je länger Sie die Zinsen festschreiben, desto besser schützen Sie sich vor steigenden Zinsen. Gleichzeitig zahlen Sie bei längeren Laufzeiten oft etwas höhere Zinssätze.

Die gesamte Finanzierung erstreckt sich häufig über mehrere Jahrzehnte. Die erste Zinsbindung liegt in der Regel zwischen 10 und 15 Jahren, kann aber auch kürzer oder länger ausfallen. Nach dieser Phase folgt in der Regel eine Anschlussfinanzierung, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist. Wie lange die Finanzierung insgesamt dauert, hängt vor allem von Ihrem Tilgungssatz ab. Wenn Sie höher tilgen, verkürzt sich die Laufzeit deutlich.

Wenn Sie Förderprogramme nutzen, können Sie Ihre Finanzierung spürbar verbessern. Staatliche Förderbanken bieten zinsgünstige Kredite für den Kauf, den Neubau oder energetische Maßnahmen an. Darüber hinaus gibt es spezielle Programme für Familien. Diese Förderungen kombinieren häufig günstige Konditionen mit langfristiger Planungssicherheit. Wichtig ist, dass Sie die Programme frühzeitig prüfen und vor Beginn Ihres Vorhabens beantragen.

Nach Ablauf der Zinsbindung bleibt in der Regel eine Restschuld bestehen, die Sie weiter finanzieren müssen. Sie können den Kredit bei Ihrer bisherigen Bank verlängern oder zu einem anderen Anbieter wechseln. Alternativ sichern Sie sich mit einem Forward-Darlehen schon vorab einen Zinssatz für die Zukunft. Welche Option sinnvoll ist, hängt von der Zinsentwicklung und Ihrer finanziellen Situation ab. Wenn Sie sich frühzeitig kümmern, behalten Sie die Kontrolle über Ihre Finanzierung.

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