So beeinflusst das Währungsrisiko die ETF-Rendite

Kurz und kompakt

  • Enthalten ETFs Wertpapiere, die in einer Fremdwährung gehandelt werden, entsteht ein Währungsrisiko.

  • Stark steigende oder fallende Kurse der Fremdwährung können Auswirkungen auf die Rendite der Geldanlage haben.

  • Währungsgesicherte ETFs bieten eine Absicherung gegen Währungsrisiken, haben dafür aber höhere Verwaltungskosten.

Das ist das Währungsrisiko

ETFs sind börsengehandelte Fonds, die dieselben Wertpapiere enthalten wie ein bestimmter Index, zum Beispiel der MSCI World. Die im ETF enthaltenen Aktien werden in der entsprechenden Landeswährung gehandelt. Im MSCI World sind über 10 verschiedene Währungen vertreten, neben dem Euro und dem US-Dollar sind das unter anderem das britische Pfund, der japanische Yen und der Schweizer Franken. In dem Moment, in dem Sie in Wertpapiere in Fremdwährungen investieren, hängen Gewinn und Verlust nicht nur von der Entwicklung Ihrer Wertpapiere, sondern auch vom Kurs der entsprechenden Währung ab.

Diese Anlageklassen sind betroffen

Investmentfonds wie Aktienfonds, Rentenfonds oder ETFs können Fondsanteile in Fremdwährungen enthalten. Das Währungsrisiko besteht auch bei Käufen von Aktien, Staatsanleihen oder Immobilien in Fremdwährungen.

So wirken sich Währungsaufwertung und -abwertung auf Ihre Geldanlage aus

Wenn Sie in Wertpapiere investieren, die in anderen Währungen gehandelt werden, besteht das Risiko, dass diese Währungen gegenüber Ihrer heimischen Währung an Wert verlieren.

Beispiel: Sie kaufen für 1.000 Euro Anteile an einem ETF, der nur Wertpapiere enthält, die in US-Dollar gehandelt werden. Wenn der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar genau 1:1 ist, beträgt der Gegenwert Ihrer gekauften Anteile genau 1.000 Dollar. Sinkt der Dollar aber gegenüber dem Euro um 50 Prozent im Wert, haben die von Ihnen gehaltenen Anteile nur noch einen Wert von 500 Euro. Umgekehrt funktioniert dieser Effekt selbstverständlich auch. Gewinnt der Dollar gegenüber dem Euro um 50 Prozent an Wert, beträgt der Gegenwert Ihrer ETF-Anteile 1.500 Euro.

Steigende und fallende Wertpapierkurse und das Währungsrisiko

Zwischen den Kursen der Fremdwährung und der Wertentwicklung der Wertpapiere bestehen Wechselwirkungen.

Steigen die Wertpapierkurse bei gleichzeitiger Aufwertung der Fremdwährung, wirken sich beide Entwicklungen positiv auf Ihre Rendite aus. Verliert die Fremdwährung aber an Wert, während die Wertpapierkurse steigen, senkt dies die Gewinnspanne und kann sogar zu Verlusten führen, sollte die negative Wertentwicklung der Währung den Gewinn der Wertpapiere deutlich übertreffen.

Fallen die Wertpapierkurse bei gleichzeitiger Aufwertung der Fremdwährung, kann der starke Währungskurs Ihre Verluste abfedern. Es ist sogar ein kleines Gewinnpotenzial möglich, wenn die Aufwertung höher ausfällt als die negative Kursentwicklung. Verliert die Fremdwährung aber an Wert, während die Wertpapierkurse fallen, verstärken beide Entwicklungen das Rendite-Verlustrisiko.

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 Fremdwährung gewinnt an WertFremdwährung verliert an Wert
Wertpapierkurs steigtDoppelter Rendite-GewinnSchwacher Währungskurs kann steigende Kurse neutralisieren
Wertpapierkurs fälltStarker Währungskurs kann Verluste ausgleichen und sogar zu Rendite führenDoppeltes Verlust-Risiko

Verschiedene Arten des Währungsrisikos

Es gibt 3 verschiedene Arten von Währungsrisiken:

Translationsrisiko: Das Translationsrisiko oder Umrechnungsrisiko ist vor allem bei Wertpapieren von international agierenden Unternehmen wichtig. Es tritt auf, wenn ein Konzern, der in mehreren Ländern mit unterschiedlichen Landeswährungen tätig ist, seine finanzielle Bilanz konsolidiert. In diesem Prozess rechnet der Konzern seine Ergebnisse aus den Fremdwährungen in die heimische Währung um. Die Ergebnisse können die Wahrnehmung der finanziellen Stärke des Unternehmens beeinflussen, auch wenn die Wirtschaftsleistung unverändert geblieben und die Zahlen nur durch einen nachteiligen Umrechnungskurs zustande gekommen sind.

Transaktionsrisiko: Vom Transaktionsrisiko ist die Rede, wenn ein Unternehmen, eine Bank oder eine andere wirtschaftliche Person noch auf die Zahlung eines offenen Betrags in einer Fremdwährung wartet. In diesem Fall besteht das Risiko, dass sich zwischen dem Datum, an dem die Schulden entstanden sind, und dem Rückzahlungsdatum der Wechselkurs verändert, und sich das nachteilig auf den endgültigen Geldbetrag auswirkt.

Wirtschaftliches Risiko: Im Gegensatz zum Translations- und Transaktionsrisiko geht es beim wirtschaftlichen Risiko um langfristige Auswirkungen von Wechselkursänderungen. Es ist vor allem für Unternehmen von Bedeutung, die in Märkten mit starken Währungsschwankungen tätig sind. Ein hohes wirtschaftliches Risiko führt dazu, dass strategische Entscheidungen schwerfallen, weil Prognosen zur Stabilität der Fremdwährungen nur schwer zu treffen sind. Umsatz- und Gewinnzahlen sind dauerhaft von Währungseffekten beeinflusst. Betroffene Unternehmen müssen die Entwicklung der Währungskurse sehr genau beobachten und in der Lage sein, auf Veränderungen schnell zu reagieren.

Schutz vor dem Währungsrisiko: die Währungsabsicherung

Es gibt ETFs, die eine Absicherung gegen das Risiko von schwankenden Währungskursen enthalten. Sie heißen währungsgesicherte oder currency-hedged ETFs. Sinn dieser ETFs ist es, die Investitionen der Anlegerinnen und Anleger unabhängig von ungünstigen Währungs-Schwankungen zu machen. Dazu setzen die Anbieter dieser ETFs auf Devisentermingeschäfte. Das bedeutet, dass sie mit einer Bank die Vereinbarung treffen, zu einem bestimmten Termin und einem festen Wechselkurs Kapital in einer bestimmten Fremdwährung gegen Geld in der heimischen Währung zu tauschen. Diese Tauschgeschäfte finden regelmäßig statt, teilweise sogar täglich. Ziel dieses Vorgehens ist es, mögliche Verluste, die durch Veränderungen des Wechselkurses entstehen, so weit wie möglich auszugleichen.

Vorteile und Nachteile der Währungsabsicherung im Überblick

Vorteile von währungsgesicherten (hedged) ETFsNachteile von währungsgesicherten (hedged) ETFs
Sicherheit für kurzfristige Investitionen: Die Wertentwicklung lässt sich besser planen.Höhere Kosten: Die Verwaltungskosten von ETFs sind gering, doch durch die Währungsabsicherung kommen Kosten hinzu.
Vorteilhaft für Anlegerinnen und Anleger mit wenig Erfahrung: Der Fokus liegt auf Sicherheit statt auf maximalen Renditechancen.Geringere Rendite: Langfristig schneiden währungsgesicherte ETFs bei der Renditeentwicklung oft schlechter ab.
Besonders geeignet für Anleihen-ETFs: Denn bei Anleihen außerhalb der Eurozone besteht ein höheres Währungsrisiko.Nicht sinnvoll für langfristige Anlagen: Wechselkurse lassen sich nicht vorhersagen, Phasen von Währungsrisiken und -chancen wechseln sich langfristig ab und gleichen sich aus. Eine Absicherung dagegen kann mehr kosten als nutzen.
 Nicht sinnvoll bei Wechselkursmixen: Große Indexe wie der MSCI World enthalten Aktien von global agierenden Unternehmen, deren Geschäfte von einer Vielzahl von Währungen abhängen. Eine Absicherung ist kaum möglich.

So schützen Sie sich vor Währungsrisiken

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich vor Währungsrisiken zu schützen:

Diversifikation: Streuen Sie Ihr Kapital auf verschiedene Vermögenswerte, Anlageprodukte und Märkte. So gleichen sich Kursverluste in vielen Fällen aus. Das gilt auch für Fremdwährungen.

Langfristig denken: Die Kursentwicklungen von Währungen gleichen sich innerhalb einer langfristigen Zeitspanne in den meisten Fällen aus. Eine langfristige Planung mindert die Bedeutung von tagesaktuellen Kursentwicklungen.

Lokal anlegen: Wenn Sie nur im eigenen Währungsraum investieren, vermeiden Sie das Währungsrisiko. Für Anlegerinnen und Anleger in der Euro-Zone bedeutet das, dass Sie nur Wertpapiere kaufen, die in Euro gehandelt werden. Bedenken Sie aber, dass so eine Diversifikation nur schwer zu erreichen ist.

Durch Währungssicherung schützen: Es gibt viele ETFs, bei denen mit Währungsderivaten der Wert des Portfolios gegen Währungsschwankungen abgesichert ist. Prüfen Sie aber, ob sich die Kosten für diese Absicherung lohnen.

FAQs zum Währungsrisiko

Sobald in Ihrem ETF Wertpapiere enthalten sind, die in einer Fremdwährung gehandelt werden, besteht ein Währungsrisiko. Das bedeutet, dass auch der Kurs der entsprechenden Währung Einfluss auf Ihre Rendite hat und zu Verlusten führen kann.

Nein. Ob ein ETF eine risikoreiche oder risikoarme Anlage ist, hängt von vielen Faktoren ab. Der Anteil an Fremdwährungen ist einer davon, allerdings bestehen auch hier große Unterschiede je nach Währungsart. Anlagen in Währungen, die besonders großen Schwankungen unterworfen sind, zum Beispiel von Schwellenländern, sind risikoreicher als Wertpapiere, die in US-Dollar oder britischem Pfund gehandelt werden.

Eine Währungsabsicherung ist sinnvoll für alle Anlegerinnen und Anleger, denen die Sicherheit der Geldanlage wichtiger ist als die Renditechance. Besonders bei kurzfristigen Anlagen kann eine Währungsabsicherung eine gute Wahl sein, denn sie macht die Wertentwicklung besser planbar. Außerdem gibt es besondere Anlageprodukte wie zum Beispiel Anleihen-ETFs, die besonders von einer Absicherung profitieren.

Ja. Sobald ein ETF Wertpapiere enthält, die nicht in der heimischen Währung gehandelt werden, besteht ein Währungsrisiko.

Enthält der ETF Wertpapiere in Fremdwährungen, sinkt die Rendite, wenn die Fremdwährung gegenüber der heimischen Währung an Wert verliert. Steigt aber der Wert der Fremdwährung, steigt auch die Rendite.

Ja, enthalten ETFs ausschließlich Wertpapiere, die in Euro gehandelt werden, gibt es kein Währungsrisiko.

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