Wieviel kann ich zum Berufseinstieg verdienen? Orientierung zu Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

Kurz und kompakt

  • Ein solides Einkommen ist die Basis für finanzielle Unabhängigkeit. Diese kann durch die richtige Berufswahl, clevere Geldanlagen und Spartipps erreicht werden.

  • Vermehren Sie Ihr erstes Gehalt durch gezielte Geldanlagen. Unsere Expertinnen und Experten helfen Ihnen bei der richtigen Wahl.

  • Wer Geld bewusst ausgibt und Kostenfallen wie Spontankäufe vermeidet, behält mehr vom Einkommen.

Ein solides Einkommen als Grundlage

Nach abgeschlossener Ausbildung oder erfolgreich absolviertem Studium freuen sich viele junge Menschen darauf, ihr eigenes Geld zu verdienen und finanziell eigenständig zu sein. Dabei hat neben der Berufswahl auch die persönliche Anlagestrategie einen großen Einfluss auf die finanzielle Situation. 

Abschluss und Branche bestimmen das Einstiegsgehalt

Grundsätzlich gilt: Je höher der Abschluss, desto höher ist auch das Einstiegsgehalt für Berufsstarterinnen und Berufsstarter: Promovierte verdienen am meisten, gefolgt von Master- und Diplomabsolventinnen und -absolventen, die wiederum mehr Geld erhalten als Bachelor-Alumni. Das Startgehalt ist bei einem Masterabschluss durchschnittlich 12 Prozent höher als bei einem Bachelor. Die Bezahlung variiert aber auch je nach Branche, Standort und Unternehmensgröße. In großen Unternehmen sind die Gehälter oft höher. Auch Gewerkschaften haben Einfluss auf die Gehaltshöhe, denn sie handeln in vielen Branchen bindende Tarifverträge für die Beschäftigten aus. Zu den Spitzenverdienenden in Deutschland gehören Fachkräfte in technischen Berufszweigen, etwa der Ingenieurswissenschaft oder Informatik. Absolventinnen und Absolventen geistes- und Kulturwissenschaftlicher Studiengänge steigen dagegen meist mit einem niedrigeren Gehalt in den Beruf ein.

Durchschnittliche Einstiegsgehälter in beliebten Berufen

Die folgende Tabelle gibt einen ersten Überblick über die durchschnittlichen Einstiegsgehälter in verschiedenen Berufen. Als Berufseinsteigerin oder Berufseinsteiger gelten Personen, die höchstens 3 Jahre Berufserfahrung aufweisen. 

BerufAbschlussDurchschnittliches Einstiegsgehalt
Krankenpflegerin / KrankenpflegerAusbildung39.700 €
Erzieherin / ErzieherAusbildung36.200 €
Kfz-Mechanikerin / Kfz-MechanikerAusbildung31.200 €
Ingenieurin / IngenieurStudium56.163 €
Marketing-Managerin / Marketing-ManagerStudium43.536 €
Software-Entwicklerin / Software-EntwicklerStudium51.677 €
Assistenzärztin / AssistenzarztStudium59.913 €
Projekt-Managerin / Projekt-ManagerStudium51.551 €
Steuerberaterin / SteuerberaterStudium60.230 €
Anwältin / AnwaltStudium69.336 €

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Richtig verhandeln beim Berufseinstieg

Gehaltsverhandlungen sind oft eine nervenaufreibende Sache – insbesondere, wenn es um das erste Gehalt geht. Es gibt aber einige Aspekte, die Ihnen bei der Vorbereitung auf das Gespräch helfen können, sodass Sie gut vorbereitet und mit überzeugenden Argumenten in die Verhandlungen gehen. Informieren Sie sich gründlich über die Gehaltsspanne, die in Ihrer Branche für die Position üblich ist. Neben der Stellenbeschreibung spielen auch die Größe des Unternehmens und der Standort eine Rolle. So können Sie im Gespräch schnell einschätzen, ob das angebotene Gehalt angemessen ist.

Überlegen Sie sich im zweiten Schritt Argumente, die auf Ihre Person zugeschnitten sind. Wenn Sie Ihren Abschluss an einer Universität gemacht haben, die in Ihrer Branche besonders hoch angesehen ist, ist das ein weiteres Zeichen für Ihre Qualifikation. Auch ein besonders guter Abschluss zeugt von Ihrer Kompetenz. Haben Sie weitere Zusatzqualifikationen erworben, von denen Ihr zukünftiger Arbeitgeber profitieren kann, ist das ebenfalls ein Pluspunkt.

Geld verdienen nach der Schule

Um nach dem Schulabschluss sofort Geld zu verdienen, bietet sich zum Beispiel eine Ausbildung oder ein duales Studium an. Weitere Möglichkeiten sind ein freiwilliges soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst. Wenn Sie lieber reisen möchten, können Sie mit Work and Travel in die Ferne ziehen und dabei Ihren Horizont erweitern. Auch für Studierende gibt es zahlreiche Nebenjobs, mit denen sie sich ein wenig Geld dazuverdienen können. Da ein Bewerbungsprozess mit hohen Kosten verbunden sein kann, lohnt sich eine Erstattung der Bewerbungskosten – zum Beispiel für An- und Rückreise sowie Übernachtung.

Einkommen nebenher aufbessern

Mehr als 60 Prozent der Studentinnen und Studenten arbeiten nebenher. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, während der Studienzeit Geld zu verdienen. Wichtig ist, dass der Hauptfokus auf dem Studium bleibt.

Minijob

Bei einem Minijob liegt die Verdienstgrenze bei 603 Euro monatlich. Sie müssen keine Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, sind aber in der Rentenversicherung versicherungspflichtig und zahlen den Arbeitnehmeranteil. Es gibt aber die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.

Ein Minijob ist ohne Probleme mit dem BAföG kombinierbar. Sie dürfen 603 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne dass das BAföG gekürzt wird. 

Kurzfristige Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung ist auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt. Für Jobs in landwirtschaftlichen Betrieben liegt die Grenze bei 15 Wochen oder 90 Arbeitstagen. Es gibt dabei keine Verdienstobergrenze. Kurzfristige Beschäftigungen eignen sich besonders gut, um während der Semesterferien ein kleines finanzielles Polster aufzubauen. Studierende müssen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung zahlen.

Werksstudentenstelle

Beschäftigungen als Werksstudentin oder Werksstudent sind beliebt. Bedingung für die Einstufung als solche ist, dass Sie während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich in dieser Funktion arbeiten. Nimmt die Stelle mehr Zeit in Anspruch, gelten Sie nicht mehr als ordentlich studierend, da der Fokus nicht mehr auf dem Studium liegt. Werksstudierende dürfen mehr als 603 Euro im Monat verdienen.

Studierende mit einer Werksstudentenstelle genießen das sogenannte Werksstudentenprivileg. Das ist eine Sonderregelung im Sozialversicherungsrecht. Immatrikulierte Studierende mit einer Werksstudentenstelle müssen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Ausgenommen sind Studierende in Promotion, einem dualen Studium und solche, die bereits länger als 26 Semester studieren.

Online Geld verdienen

Wer internetaffin ist, kann sich ein eigenes Online-Business aufbauen. Viele junge Menschen drehen zum Beispiel Videos für YouTube, schreiben einen Blog oder versuchen ihr Glück mit einem Instagram-Auftritt. Immer mehr Firmen bezahlen für Produktplatzierungen auf Online-Kanälen mit großer Reichweite. Hier gilt jedoch: Auch wenn einige Online-Stars durch Werbeverträge im Internet gut verdienen, ist es nicht ratsam, die berufliche Zukunft allein auf die sozialen Netzwerke zu stützen. Eine Ausbildung oder ein Studium sollten das Hauptstandbein sein.

Steuern und Abgaben bedenken

Lohnnebenkosten

Nach der Freude über das verhandelte Gehalt setzt mit der ersten Lohnabrechnung oft Ernüchterung ein. Denn Lohnnebenkosten machen teilweise einen nicht unerheblichen Teil des Bruttogehalts aus und sorgen dafür, dass netto weniger Geld auf dem Konto landet. Zu den Lohnnebenkosten gehören:

  • Lohnsteuer: Die Höhe der Lohnsteuer richtet sich nach der Steuerklasse und der Gehaltshöhe. Für Alleinstehende gilt die Steuerklasse 1, die besonders teuer ist. Der Steuersatz orientiert sich außerdem an der Gehaltshöhe. Aktuell liegt der Eingangssteuersatz bei 14 Prozent. Er fällt an, sobald das jährliche Einkommen den Grundfreibetrag von 12.348 Euro überschreitet. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift ab einem jährlichen Einkommen von 69.879 Euro.
  • Kirchensteuer: Wenn Sie Mitglied in einer christlichen Glaubensgemeinschaft sind, gilt ein Kirchensteuersatz von 9 Prozent der Lohnsteuer (8 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern).

Sozialversicherungsbeiträge

Die Sozialabgaben sind Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung. Sie werden von der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite gemeinsam finanziert und dienen der Absicherung gegen soziale Risiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, Pflegebedürftigkeit und Altersarmut.

  • Krankenversicherung: Der aktuelle Beitragssatz für die Krankenversicherung beträgt 14,6 Prozent und wird zu gleichen Teilen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden getragen. Zusätzlich gibt es einen individuellen Zusatzbeitrag, dessen Höhe jede Krankenkasse selbst festlegt. Im Jahr 2026 beträgt er durchschnittlich 2,9 Prozent.
  • Pflegeversicherung: Die Höhe des Beitrags zur Pflegeversicherung richtet sich danach, ob die versicherte Person Kinder hat. Er sinkt, je mehr Kinder es gibt. Für kinderlose Arbeitnehmende liegt die Beitragshöhe bei 4,2 Prozent, Arbeitgebende übernehmen davon die Hälfte.
  • Rentenversicherung: Der Beitrag zur Rentenversicherung liegt bei 18,6 Prozent, Arbeitgebende und Arbeitnehmende zahlen jeweils die Hälfte, also 9,3 Prozent.
  • Arbeitslosenversicherung: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung beträgt 2,6 Prozent. Arbeitnehmende zahlen die Hälfte, also 1,3 Prozent.

Geld verdienen und anlegen

Der erste Gehaltseingang ist ein guter Zeitpunkt, um sich mit der eigenen finanziellen Situation zu beschäftigen und Strategien für die Geldanlage zu entwickeln. Eine gute Orientierung bietet dabei die 50-30-20-Regel. Demnach sollte die Hälfte des verfügbaren Einkommens für die monatlichen Fixkosten wie Miete, Lebensmittel und Mobilität verwendet werden. 30 Prozent sind für Freizeitaktivitäten und persönliche Ausgaben gedacht. Die übrigen 20 Prozent werden in den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge investiert.

Der erste Schritt: Notgroschen als eiserne Reserve

Ein erster wichtiger Schritt ist der Aufbau eines Notfallpolsters. So sind Sie vor unvorhergesehenen Ausgaben gewappnet und müssen sich keine Sorgen machen, wenn etwa die kaputte Waschmaschine ersetzt werden muss oder eine hohe Nebenkostennachzahlung ins Haus flattert. Ein idealer Notgroschen beträgt mindestens 3 Nettogehälter. Wichtig ist, dass das Geld schnell und unkompliziert verfügbar ist. Aus diesem Grund ist ein Tagesgeldkonto eine gute und sichere Wahl, denn hier fallen für Sie zusätzlich Zinsen ab.

Vermögen aufbauen

Es lohnt sich, früh mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Denn auch kleine Beträge können sich langfristig zu einer beachtlichen Summe entwickeln. Der Zinseszinseffekt unterstützt Sie dabei: Zinserträge, die immer wieder angelegt werden, lassen das angesparte Kapital schneller wachsen. Das Angebot an Investitionsmöglichkeiten ist groß. Aktien, ETFs oder Immobilien sind beliebte Anlageformen. Für Anfängerinnen und Anfänger im Bereich Geldanlage ist ein ETF-Sparplan ein guter Einstieg. ETFs bilden Aktienindizes wie den DAX ab und haben daher nur geringe Verwaltungskosten. Durch die breite Streuung der enthaltenen Aktien sind die Risiken geringer als bei anderen Anlageprodukten. Mit einem Sparplan zahlen Sie monatlich einen festgelegten Betrag ein und bauen so Schritt für Schritt Ihr Portfolio auf. 

Versicherungsschutz nicht vergessen

Auch zu Beginn des Berufslebens ist es sinnvoll, sich mit Versicherungen zu beschäftigen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt ein, wenn Sie Ihren erlernten Beruf aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr ausüben können. Sie ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente und trägt so dazu bei, dass Sie Ihren Lebensstandard halten können. Für Arbeitnehmende, die aufgrund einer Vorerkrankung oder ihres Berufsfelds keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine gute Alternative. 

Studierende sind in den meisten Fällen über ihre Eltern haftpflichtversichert. Nach dem Ende der Ausbildung oder des Studiums (bei einigen Versicherern gilt eine Altersgrenze von 25 Jahren) ist der Abschluss einer eigenen privaten Haftpflichtversicherung empfehlenswert. So schützen Sie sich vor finanziellen Forderungen bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden. 

Mit der ersten eigenen Wohnung endet auch der Versicherungsschutz über die Hausratsversicherung der Eltern. Eine eigene Versicherung schützt vor finanziellen Belastungen. Versichert sind Schäden durch Leitungswasser, Feuer, Sturm, Hagel sowie Einbruch und Diebstahl. 

Kostenfallen vermeiden

Wenn Sie im Alltag bewusst mit Ihrem Geld umgehen, bleibt mehr Budget für kleine und große Wünsche. Im Folgenden erhalten Sie Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand Geld sparen können.

  • Nehmen Sie Ihren Proviant von zu Hause mit. Kaffee und belegte Brötchen sind beim Bäcker oder am Bahnhof deutlich teurer.
  • Achtung bei Spontankäufen: Überlegen Sie gut, ob Sie das Produkt wirklich brauchen und regelmäßig benutzen werden.
  • Auch Rabattschilder verführen zum Kauf. Schlagen Sie nicht sofort zu, nur weil etwas reduziert ist. Es lohnt sich, Preise zu vergleichen.
  • Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen ist praktisch. Achten Sie aber darauf, dass nichts verdirbt.
  • Wer teilt, spart Geld. Bücher, DVDs oder Spiele müssen nicht neu sein. Sie können zum Beispiel auch in der Bibliothek und bei Freundinnen sowie Freunden geliehen oder online günstig erworben werden.

 

FAQs zum Geld verdienen als Berufseinsteigende

Im Jahr 2025 lag das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Berufseinsteigende bei monatlich 3.700 Euro für Vollzeitbeschäftigte. Diese Zahl hat allerdings nur eine begrenzte Aussagekraft, da es deutliche Unterschiede zwischen den Branchen und Berufen gibt. Auch der Abschluss und die Unternehmensgröße haben Einfluss auf die Höhe des Einstiegsgehalts.

Die Aussage, dass Akademiker grundsätzlich mehr verdienen, stimmt so nicht. Zwar ist das Einstiegsgehalt von Menschen mit einem Studienabschluss in vielen Fällen höher als das von Arbeitnehmenden, die eine Ausbildung absolviert haben. Dafür steigen Studierte vergleichsweise spät ins Berufsleben ein. Fachkräfte in gefragten Berufen können mit gezielten Weiterbildungen in vielen Fällen vergleichsweise hohe Gehälter erzielen. Zudem gibt es große Gehaltsunterschiede zwischen den akademischen Abschlüssen: Wer Jura oder Medizin studiert hat, startet mit einem deutlich höheren Gehalt als Absolventinnen und Absolventen der Geistes- oder Sozialwissenschaften.

In Deutschland ist ein Gehaltsgefälle zu beobachten. So sind die Einstiegsgehälter im Süden und Westen oftmals höher als im Norden und Osten. Ebenso gibt es einen Unterschied zwischen Großstädten und ländlichen Regionen: In größeren Städten wird mehr bezahlt als auf dem Land.

Wenn Sie in einen tarifgebundenen Beruf einsteigen, gibt es bei der Gehaltsstufe keinen Spielraum. Anders sieht es in der freien Wirtschaft aus. Hier können Sie Gehaltsverhandlungen erfolgreich führen, wenn Sie gut vorbereitet in die Gespräche gehen.

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