Checkliste beim Hauskauf: Die wichtigsten Schritte zum eigenen Zuhause

Kurz und kompakt

  • Beim Immobilienkauf ist sorgfältige Planung gefragt, damit Sie das passende Eigenheim finden.

  • Prüfen Sie die Lage der Immobilie hinsichtlich Infrastruktur, Verkehrsanbindung und Freizeitmöglichkeiten.

  • Kalkulieren Sie die Finanzierung realistisch, berücksichtigen Sie Eigenkapital und Nebenkosten.

Finden Sie das passende Eigenheim

Sie haben sich entschieden: raus aus der Miete und rein in die eigenen vier Wände. Die Immobiliensuche sollten Sie aber nicht überstürzt angehen. Unsere Checkliste zum Immobilienkauf bietet Ihnen Hilfe bei der Suche nach einem passenden Haus.

Haus oder Wohnung: Was soll es werden?

Wenn Sie eine Immobilie in einer schönen Wohngegend kaufen möchten, müssen Sie viele weitere Entscheidungen treffen. Wägen Sie zunächst ab, welche Art von Immobilie am besten für Sie geeignet ist: eine gemütliche Wohnung oder lieber ein großes Haus? Machen Sie sich zunächst Gedanken über Ihre Lebenssituation und Bedürfnisse, bevor Sie Ihren Hauskauf oder Wohnungskauf planen. Arbeiten Sie dabei folgende Punkte auf Ihrer Checkliste ab:

  • Wie ist Ihr Zeitplan? Gibt es Zeitdruck, zum Beispiel, weil der Umzug an eine berufliche Veränderung gebunden ist? Oder können Sie sich bei der Suche Zeit lassen?
  • Wünschen Sie sich ein Haus mit viel Platz für die Familie oder haben die Kinder das Nest bereits verlassen?
  • Überlegen Sie, wie viele Quadratmeter Sie im neuen Eigenheim benötigen beziehungsweise wie viele Sie sich wünschen.
  • Wägen Sie ab, wie viele Zimmer Sie brauchen. Haben Sie sich zum Beispiel schon immer einen Billardtisch gewünscht, bietet sich ein zusätzlicher Hobbyraum an.
  • Prüfen Sie Ihren finanziellen Spielraum, denn jedes zusätzliche Zimmer kostet Geld.
  • Soll es unbedingt ein Garten sein? Erwägen Sie Alternativen: Es gibt Wohnungen, die direkt an Spielplätze grenzen oder Häuser in der Nähe von Parkanlagen.

Erstellen Sie eine Liste mit den Anforderungen, die Sie an Ihr neues Zuhause stellen. Unterteilen Sie die Punkte in Kriterien, die unbedingt erfüllt werden müssen (z. B. eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder die Anzahl der Kinderzimmer) und Dinge, die schön wären, aber keine unbedingte Voraussetzung sind (z. B. ein Gästezimmer oder eine Garage). Wichtig: Beziehen Sie alle Personen, die mit Ihnen umziehen werden, in die Diskussion über die Kriterien ein. Eine gemeinsame Liste mit Anforderungen hilft bei der Suche nach der geeigneten Immobilie und der Entscheidung für das richtige Haus. 

Neubau oder Bestandsimmobilie?

Soll es ein schicker Neubau oder lieber eine solide gebrauchte Immobilie sein? Suchen Sie nach einer Doppelhaushälfte, einem freistehenden Bungalow oder einer Eigentumswohnung? Ob Ihre Wohnwünsche in Erfüllung gehen, ist häufig vom Angebot in Ihrer Region abhängig. Selbstverständlich spielt dabei auch der Immobilienpreis eine Rolle. Bestandsimmobilien sind in der Regel günstiger als ein Neubau. Allerdings können bei gebrauchten Häusern Sanierungsmaßnahmen nötig sein. Für Fachfremde sind diese oft nicht allein zu bewältigen und bringen hohe Kosten mit sich. Doch auch ein Neubau ist nicht immer bezugsfertig. Vergleichen Sie deshalb vor dem Immobilienkauf die Angebote genau. Mit etwas Glück finden Sie so Ihr Traumhaus oder eine passende Eigentumswohnung.

Mit der passenden Finanzierung ins neue Zuhause

Baufinanzierung

Ob Erstfinanzierung, Anschlussfinanzierung oder Modernisierung: Mit einer individuellen Baufinanzierung können Sie Ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen.

So viele Menschen wollen in Deutschland in den nächsten 2 Jahren ein Haus kaufen (in Millionen)

Quelle: Statista 2025

Checkliste Hauskauf: In 10 Schritten ins Eigenheim

Haben Sie sich für den Kauf eines eigenen Hauses entschieden, beginnt die Reise in die eigenen vier Wände. Auf dem Weg gibt es einiges zu beachten – die folgende Checkliste zeigt, wie Sie sich in zehn Schritten den Traum vom Eigenheim erfüllen.

1. Budget- und Finanzplanung

An erster Stelle steht die Frage nach dem Budget. Der Kauf einer Immobilie ist für die meisten Menschen die größte Anschaffung ihres Lebens. Werfen Sie daher einen Blick auf die eigene finanzielle Situation, bevor Sie sich auf die Suche machen – das schützt vor bösen Überraschungen und Enttäuschungen. Wenn Sie berechnen möchten, wie viel Haus Sie sich leisten können, sind diese drei Punkte wichtig: das Eigenkapital, die monatlichen Einnahmen und die regelmäßigen festen Ausgaben. Die Höhe des Eigenkapitals beeinflusst die Länge der Immobilienfinanzierung und die Höhe der monatlichen Raten. Ein guter Richtwert sind 20 Prozent der Gesamtkosten. Vergessen Sie bei der Budgetplanung auch finanzielle Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben und die Kaufnebenkosten nicht. Grunderwerbsteuer, Notarkosten und die Kosten für den Eintrag ins Grundbuch machen etwa 10 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Baufinanzierungsrechner hilft Ihnen dabei, den finanziellen Rahmen für den Hauskauf zu bestimmen. Wählen Sie Kreditbetrag, gewünschte Laufzeit und den effektiven Jahreszins aus. So sehen Sie, wie hoch die monatliche Rate für den Immobilienkredit ausfallen würde. Der Rechner bietet eine hilfreiche Orientierung und zeigt, bis zu welcher Kreditsumme die monatliche Rate für Sie finanzierbar ist.

Sind Eigenkapital und Budget definiert, beginnt die Planung der Finanzierung. Informieren Sie sich frühzeitig über verschiedene Angebote und Möglichkeiten. Die gleichbleibenden Raten des Annuitätendarlehens bieten Ihnen Planungssicherheit. Mit dem Zinszahlungsdarlehen zahlen Sie monatlich nur die Sollzinsen, die Tilgung der Kreditsumme erfolgt erst zum Schluss auf einen Rutsch. Mit dem Forward-Darlehen sichern Sie sich eine Anschlussfinanzierung für Ihre Restschuld. Unter Umständen ist auch eine Vollfinanzierung ohne eigenes Kapital möglich. Ihre Beraterin oder Ihr Berater bei der Volksbank Raiffeisenbank berät Sie gerne zu möglichen Finanzierungsmodellen und Förderprogrammen. Haben Sie eine Finanzierung in Aussicht, stellt Ihnen die Bank eine Finanzierungsbestätigung aus. Diese bestätigt der Verkäuferseite, dass Sie zahlungsfähig sind. In vielen Fällen ist das ein Vorteil gegenüber Mitbewerberinnen und Mitbewerbern.

Rückkehr zum früheren Preisniveau

Nach dem starken Preisanstieg der vergangenen Jahre dürften die Immobilienpreise ab etwa 2027 wieder das Niveau des letzten Hochs von 2022 erreichen. Langfristig bleibt Wohnraum in wirtschaftsstarken Regionen besonders gefragt.
Quelle: BVR-Studie „Regionen 2035 – Wohnimmobilien“

2. Auf die Lage kommt es an

Für die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden zählt nicht nur die Immobilie selbst. Lage und umgebende Infrastruktur spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Liegt das Haus im Grünen zu weit entfernt vom nächsten Supermarkt? Müssen Sie täglich auf Parkplatzsuche gehen, weil es sich um eine Stadtwohnung ohne Stellplatz handelt? Solche Faktoren beeinflussen nicht nur Ihr Wohlbefinden – sie wirken sich auch auf den Wert des Eigenheims aus, falls Sie die Immobilie später verkaufen möchten. Beschränken Sie sich also nicht auf eine Hausbesichtigung, sondern schauen Sie sich in der gesamten Wohngegend um.

  • Achten Sie auf die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie an Autobahnen oder Schnellstraßen.
  • Sind Kindergärten, Spielplätze und Schulen in der Nähe?
  • Verfügt die Immobilie über eine Garage, über Stellplätze oder andere Parkmöglichkeiten?
  • Halten Sie vor dem Immobilienkauf Ausschau nach möglichen Lärm- oder Geruchsquellen wie Industrie und Straßenbahnlinien.
  • Befinden sich Supermärkte, Ärztinnen und Ärzte sowie ein Krankenhaus in der Nähe?
  • Erkunden Sie die Umgebung nach Freizeit- und Kulturangeboten.
  • Versuchen Sie, beim Spaziergang einen Eindruck von der Wohngegend und den Nachbarinnen und Nachbarn zu gewinnen. Denn die Nachbarschaft ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor.

3. Zustand des Hauses gründlich prüfen

Der bauliche Zustand der Immobilie spielt nicht nur für den Kaufpreis eine große Rolle. Er beeinflusst auch die Kosten und Arbeiten, die nach dem Kauf und Einzug auf Sie zukommen. Ein älteres Haus mit einem attraktiven Kaufpreis kann einen Modernisierungsbedarf haben, der schnell ins Geld geht. Bei einem Neubau fallen währenddessen in den ersten Jahren nur geringe Renovierungskosten an. Eine Baugutachterin oder ein Baugutachter bewertet seriös und fachkundig, wie das Haus baulich beschaffen ist. Außerdem schätzt sie oder er, was die Immobilie wert ist. Verlassen Sie sich bei einer so großen finanziellen Verpflichtung wie einem Hauskauf nicht nur auf Ihr Bauchgefühl oder die Aussagen der bisherigen Eigentümerinnen und Eigentümer oder der Maklerin oder des Maklers. Im Gutachten werden nicht nur Bausubstanz, Statik, Dämmung sowie der Zustand von Dach, Fenstern und Heizung fachlich eingeschätzt. Es ist auch eine belastbare Grundlage für die Preisverhandlungen. Bei älteren Häusern kann die Gutachterin oder der Gutachter auch die voraussichtlichen Renovierungskosten grob einschätzen. So wissen Sie, welche Sanierungsmaßnahmen nach dem Kauf auf Sie zukommen.

4. Die Besichtigung

Die Besichtigung ist für potenzielle Hauskäuferinnen und Hauskäufer ein aufregender Tag. Denn dann haben Sie erstmals die Gelegenheit, das Haus mit eigenen Augen zu sehen und zu erkunden. Bei aller Vorfreude ist aber wichtig, den Termin gründlich vorzubereiten. Klären Sie auf Grundlage des vorliegenden Exposés, welche Fragen noch offen sind. Scheuen Sie sich nicht, diese bei der Besichtigung zu stellen. Nehmen Sie ein Notizbuch und einen Stift für alles mit, was Sie während der Besichtigung festhalten wollen. Denken Sie auch an eine Kamera oder ein Smartphone mit Kamerafunktion. Achten Sie auch darauf, dass die Besichtigung bei Tageslicht stattfindet. So sehen Sie direkt, wie hell die Räume wirklich sind.

Die Besichtigung gibt Ihnen die Möglichkeit, die im Exposé angegebenen Informationen zum Zustand des Hauses zu überprüfen. Besonders bei Fenstern, Fassade, Heizsystem und Keller lohnt sich ein genauer Blick. Ist alles in einem guten Zustand? Gibt es vielleicht Schäden oder Feuchtigkeit? Sind Sie unsicher, gibt es auch die Möglichkeit, sich bei der Besichtigung fachkundig unterstützen zu lassen. Substanzschäden am Gebäude sind für Fachfremde in den meisten Fällen nicht erkennbar.

Die Besichtigung eignet sich auch dazu, um Einsicht in wichtige Unterlagen zu erhalten. Dazu gehören:

  • Grundrisse mit eingezeichneten und berechneten Wohnflächen,
  • die Flurkarte (beschreibt die Lage des Grundstücks in einem Gebiet),
  • die Baubeschreibung,
  • ein aktueller Energieausweis,
  • ein aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als drei Monate),
  • vergangene Nebenkostenabrechnungen,
  • Nachweise über Rechnungen (beispielsweise bei einer Renovierung oder Modernisierung),
  • bei vermieteten Immobilien: Mietverträge oder Pachtverträge.

5. Auf Vollständigkeit der Unterlagen achten

Bevor Sie sich endgültig für oder gegen den Kauf entscheiden, sollten Sie sicherstellen, dass Ihnen alle wichtigen Unterlagen vorliegen. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie die Entscheidung vollständig informiert treffen. Diese Unterlagen sind Grundlage für eine Kaufentscheidung:

  • das Exposé mit allen relevanten Daten zur Immobilie,
  • der Grundbuchauszug zur Prüfung von Eigentumsverhältnissen und Belastungen,
  • alle Baupläne und Genehmigungen,
  • der aktuelle Energieausweis mit Informationen zum Energieverbrauch,
  • Nebenkostenabrechnungen und Nachweise über anstehende Sanierungen sowie
  • bei Eigentumswohnungen Protokolle von vergangenen Eigentümerversammlungen.

Zögert die Verkäuferseite Teile dieser Unterlagen zugänglich zu machen, ist Vorsicht geboten. Möglicherweise sollen so Probleme verschleiert werden. Bestehen Sie auf Einsicht in die Dokumente, bevor Sie eine endgültige Zusage geben.

6. Grundstück ebenfalls bewerten

Das Grundstück steht bei einem eigenen Bauprojekt besonders im Fokus. Doch auch beim Kauf einer bestehenden Immobilie ist es wichtig, neben dem Haus auch das Grundstück gründlich zu prüfen. Holen Sie Informationen über die Bodenbeschaffenheit und den Grundwasserspiegel ein. Hilfreich ist auch der Bebauungsplan. Er zeigt, wie das Gebiet von der Stadt oder Gemeinde geplant wurde. Außerdem erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie in der Gestaltung des Grundstücks haben. Erkundigen Sie sich auch, ob unter dem Grundstück Leitungen von Versorgungsunternehmen liegen. Möchten Sie später anbauen, zum Beispiel eine Garage oder ein Carport, brauchen Sie in diesem Fall eine Genehmigung des Versorgungsunternehmens. Außerdem können auf verlegten Leitungen keine Bäume oder tiefwurzelnde Sträucher gepflanzt werden, was die Gartengestaltung einschränkt. Erfragen Sie auch, ob es andere Auflagen von der Stadt oder dem Bebauungsamt gibt.

7. Finanzierung und Kaufprozess

Ist die passende Immobilie gefunden, geht es an die Verhandlung des Kaufpreises. In vielen Fällen haben Verkäuferinnen und Verkäufer einen gewissen Verhandlungsspielraum. Wie hoch ein eventueller Preisnachlass ist, hängt unter anderem vom Wert und Alter der Immobilie, der Lage sowie der Nachfrage ab. Sind Sie sich einig geworden, finalisieren Sie die Finanzierung für den Kauf. Danach bereiten Sie den Kaufvertrag vor. Als Käuferin oder Käufer haben Sie die Wahl, welches Notariat Sie damit beauftragen, den Kaufvertrag zu verfassen. Diese Angaben gehören in den Kaufvertrag:

  • Namen von Käuferin bzw. Käufer und Verkäuferin bzw. Verkäufer,
  • genaue Beschreibung der Immobilie,
  • Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten,
  • Regelung zu Nebenkosten und Instandhaltungsrücklagen (bei Eigentumswohnungen) sowie
  • der Übergabetermin und besondere Vereinbarungen (z. B. Inventar, Renovierungsverpflichtungen).

Damit die Vertragsbedingungen Ihren Vorstellungen entsprechen, können Sie diese von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt prüfen lassen. Sind alle Parteien mit dem Kaufvertrag einverstanden, steht der Termin bei der Notarin oder dem Notar an. Die Notarin oder der Notar liest den gesamten Vertrag vor und erklärt bei Bedarf wichtige Punkte. Nachfragen und Pausen sind jederzeit möglich. Ist alles geklärt, wird der Kaufvertrag unterschrieben.

Um die Immobilienfinanzierung abzuschließen, benötigen Sie neben dem Exposé, Fotos der Immobilie und dem Entwurf des Kaufvertrages folgende Unterlagen:

  • Nachweise über das Eigenkapital,
  • Gehaltsnachweise der letzten 3 Monate,
  • Steuerbescheide der vergangenen Jahre,
  • Aufstellung der monatlichen Fixkosten,
  • gültiges Ausweisdokument.

Gemeinsam mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater legen Sie dann die endgültigen Konditionen für das Darlehen fest: die Höhe der monatlichen Rate, die Laufzeit, Zinsbindung und die Möglichkeiten für Sondertilgungen.

8. Notwendige Versicherungen

Der passende Versicherungsschutz schützt vor unangenehmen Überraschungen. Mit diesen Versicherungen ist Ihr neues Zuhause ab dem ersten Tag geschützt.

Wohngebäudeversicherung: Eine Wohngebäudeversicherung greift bei Schäden durch Feuer, Sturm und Hagel und bei Wasserschäden. Versicherungsschutz bei Elementarschäden kann in den meisten Fällen hinzugefügt werden. Beim Hauskauf ist die Immobilie bis zur Eigentumsumschreibung über die Verkäuferin oder den Verkäufer versichert. Ab dem Datum des Grundbucheintrags haben Sie als neue Eigentümerin oder neuer Eigentümer ein vierwöchiges Sonderkündigungsrecht. Prüfen Sie in dieser Zeit, ob Sie die bestehende Versicherung zu den gleichen Konditionen übernehmen wollen. Alternativ können Sie einen eigenen Vertrag abschließen. 

Hausratversicherung: Versichern Sie Ihre Wertsachen mit einer Hausratversicherung. So schützen Sie sich vor finanziellen Verlusten bei unvorhergesehenen Schäden, die zum Beispiel durch austretendes Leitungswasser, Sturm, Feuer oder Einbruchdiebstahl entstehen. Eine Hausratversicherung ist die ideale Ergänzung der Wohngebäudeversicherung. Diese deckt das Wohngebäude sowie alle Bestandteile, die am und mit dem Gebäude fest verbunden sind, ab. 

Haftpflichtversicherung: Eine private Haftpflichtversicherung ist grundsätzlich zu empfehlen. Bei Eigentümerinnen und Eigentümern deckt sie zudem Schäden ab, die Dritten auf ihrem Grundstück verursachen. 

Risikolebensversicherung: Wenn Sie für den Kauf der Immobilie eine hohe Finanzierung aufnehmen, kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Sie übernimmt im Todesfall die Restschuld und schützt so Ihre Familie vor einer hohen finanziellen Belastung.

9. Es ist soweit: die Schlüsselübergabe

Ist der Kaufpreis überwiesen, lässt das beauftragte Notariat Sie im Grundbuch als Eigentümerin oder Eigentümer eintragen. Das kann einige Wochen dauern. Ist die Übertragung abgeschlossen, sind Sie offiziell neue Eigentümerin oder neuer Eigentümer der Immobilie. Jetzt steht der Schlüsselübergabe nichts mehr im Wege. Vereinbaren Sie mit der Verkäuferin oder dem Verkäufer einen Termin. Denken Sie auch daran, ein ausführliches Übergabeprotokoll anzufertigen. Die folgenden Angaben gehören in das Protokoll:

  • Name, Anschrift und Geburtsdatum der Verkäuferin bzw. des Verkäufers sowie der Käuferin bzw. des Käufers,
  • Anschrift der Immobilie,
  • Angaben zum Zustand aller Räume unter Nennung offensichtlicher Schäden,
  • Bestandsaufnahme der Außenanlage inklusive erkennbarer Mängel,
  • Angaben zum Inventar, das von der Käuferin oder dem Käufer übernommen wird,
  • Anzahl der vorhandenen Schlüssel, zum Beispiel für Haustür, Keller, Zimmer, Garagen,
  • Zählerstände für Strom, Wasser und Gas oder Angabe zum aktuellen Heizölstand,
  • individuelle Vereinbarungen zwischen Verkäufer- und Käuferseite, zum Beispiel über Altlasten auf dem Grundstück und
  • eine Liste aller Dokumente, die die Käuferin oder der Käufer zusätzlich erhält.

Ein ausführliches Übergabeprotokoll schafft Transparenz und schützt vor Rechtsstreitigkeiten. Es kann auch ratsam sein, die Schlüsselübergabe im Beisein einer unabhängigen Zeugin oder eines unabhängigen Zeugen zu machen. Haben Sie die Schlüssel zu Ihrem neuen Zuhause in der Hand, steht dem Umzug nichts mehr im Wege.

10. Nach dem Kauf die Zukunft planen

Liegt der Umzugsstress hinter Ihnen, kann das Leben im neuen Zuhause beginnen. Denken Sie aber daran, die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren. So erhalten Sie den Wert Ihrer Immobilie. Führen Sie notwendige Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen möglichst zeitnah nach dem Einzug durch. Das spart Zeit und Aufwand. Auch Fragen der Garten- und Gebäudepflege sollten früh geklärt werden.

Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie finanziell in der Pflicht, wenn Reparaturen anstehen. Eine monatliche Rücklage sorgt dafür, dass Sie größere Kosten nicht in finanzielle Nöte bringen. Behalten Sie zudem die Energieeffizienz im Blick. Indem Sie in energetische Sanierungsmaßnahmen investieren, senken Sie die laufenden Kosten und tragen zur Wertsteigerung der Immobilie bei. 

Steigende Wohnimmobilienpreise prägen den Markt

Eine Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und des Institutes der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, dass die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum weiter steigen. Ein Ende dieses Trends wird vor 2035 nicht erwartet. Erwartet wird, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 3.024 Euro im Jahr 2025 auf bis zu 4.092 Euro im Jahr 2035 steigen wird. Bereits 2027 erreicht der Wohnimmobilienmarkt voraussichtlich wieder das Preisniveau des Zwischenhochs aus 2022 mit rund 3.213 Euro pro Quadratmeter. Es gibt allerdings große regionale Unterschiede. In Großstädten und wirtschaftsstarken Regionen treibt eine hohe Nachfrage die Preisentwicklung, während in vielen ländlichen Gebieten die Nachfrage geringer ist. Im Bundesdurchschnitt sind besonders in Berlin, Bayern und Brandenburg hohe Preise zu beobachten. Das Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden sich dagegen am unteren Ende der Preisentwicklung. 

FAQs zum Hauskauf

Bevor Sie sich für den Kauf entscheiden, sollten Sie darauf bestehen, neben dem Exposé Einsicht in die folgenden Unterlagen zu erhalten: Grundbuchauszug, Baupläne und Genehmigungen, Energieausweis, Nebenkostenabrechnungen und Nachweise über durchgeführte und bereits geplante Sanierungsmaßnahmen. 

Bereiten Sie die Besichtigung auf der Grundlage des vorliegenden Exposés gründlich vor und überlegen Sie sich, welche Fragen Sie unbedingt stellen wollen. Vereinbaren Sie einen Termin, an dem Sie das Haus bei Tageslicht besichtigen können. Lassen Sie sich Zeit und schauen Sie sich in Ruhe um. Sind die Angaben im Exposé zutreffend? Sind Fenster, Elektroinstallation und Sanitäranlagen in einem guten Zustand? Notizen und Fotos helfen Ihnen, wenn nach der Besichtigung weitere Fragen oder Unklarheiten auftreten. 

Nachdem Sie sich entschieden haben, ein Haus zu kaufen, wird die Finanzierung finalisiert und der Kaufvertrag vorbereitet. In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, Immobilienkaufverträge notariell beurkunden zu lassen. Sie haben als Käuferin oder Käufer die freie Wahl, welches Notariat Sie beauftragen. Ist der Vertrag unterschrieben, gibt die Bank die Kreditsumme frei und Sie können den Kaufpreis überweisen. 

Die Beauftragung einer Notarin oder eines Notars ist ein wichtiger Schritt beim Hauskauf. Wenn die Notarin oder der Notar den Vertrag beurkundet, erhalten sowohl die Verkäufer- als auch die Käuferseite rechtliche Sicherheit. Zudem erklären die Notarin oder der Notar alle Vertragsinhalte und stellen so sicher, dass alle Beteiligten den Vertrag verstehen. 

Achten Sie bei der Besichtigung besonders auf Fenster, Sanitäranlagen, Elektroinstallation und Heizsysteme. An Außenwänden und im Keller kann Feuchtigkeit auf Wärmebrücken und Schimmel hindeuten. Allerdings sind viele Mängel für Fachfremde nicht erkennbar. Denken Sie darüber nach, eine Expertin oder einen Experten hinzuzuziehen, bevor Sie endgültig zusagen. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen nach dem Hauskauf.

Welche Anforderungen Sie an die Lage des neuen Zuhauses stellen, hängt von Ihrer Lebenssituation und Ihren Prioritäten ab. Ist eine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr oder eine Autobahn wichtig? Wenn Sie mit Kindern umziehen oder Nachwuchs planen, ist die Nähe zu Kindergärten oder Schulen ein wichtiger Faktor. Überlegen Sie auch, ob Sie eine besonders ruhige Wohngegend wünschen oder ob Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe wichtig sind.

Ein umfassender Versicherungsschutz ist für Hausbesitzerinnen und -besitzer wichtig und schützt vor finanziellen Belastungen. Eine Wohngebäude- und eine Hausratversicherung schützen Gebäude und Hausrat bei Schäden durch Feuer, Wasser, Unwetter oder Einbruch. Bei einer hohen Finanzierungssumme sind eine Risikolebensversicherung oder auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Die private Haftpflichtversicherung schützt Eigentümerinnen und Eigentümer, wenn Dritte auf ihrem Grundstück geschädigt werden.

Vor allem beim Kauf einer älteren Immobilie ist es sinnvoll, ein Baugutachten erstellen zu lassen. Das Gutachten zeigt, in welchem Zustand sich das Haus befindet. Dabei werden neben der Bausubstanz auch Dach, Fenster oder Heizsysteme geprüft. Käuferinnen und Käufer gewinnen so einen Überblick über notwendige Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Sie gewinnen dadurch eine belastbare Grundlage, wenn Sie den Kaufpreis verhandeln. 

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